Karate

Allgemeine Beschreibung:
Karate ist eine hochpräzise Schlag - und Stoßkunst mit Armen und Beinen. Gleichzeitig lehrt es auch Abwehrtechniken (Blocks) gegen alle Arten von Angriffen. Karate entwickelte sich unter chinesischem Einfluss auf Okinawa (heute Japan) und wurde in den letzten 80 Jahren zu seiner heutigen Höchstform entwickelt.
Karate ist ein japanischer Begriff und bedeutet "leere (=unbewaffnete) Hand", d.h., dass man im Karate lernt, sich ohne Waffen zu verteidigen. Neben dem hohen Anspruch der Selbstverteidigung, wird gleichzeitig auch auf den geistig-moralischen Aspekt größter Wert gelegt.
Aus der alten Brauchkunst wurde eine Methode - japanisch ein Weg (Do) -, seine Gesamtpersönlichkeit körperlich und charakterlich laufend zu vervollkommnen. Es gibt vielfältige positive Wirkungen "nach innen", also auf die Persönlichkeit und den Charakter des Ausübenden. Den Körper so unter Kontrolle zu bringen, dass man die präzisen Techniken ausführen kann, erfordert ein ausdauerndes Üben. Weitere Voraussetzungen zum Erlernen der Techniken sind eine genaue Beobachtungsgabe, das Verständnis der zugrundeliegenden Prinzipien und selbstkritisches Üben (Überprüfen). Es werden also Ausdauer, Selbstdisziplin und Konzentrationsfähigkeit entwickelt.
In den Übungen mit dem Partner bis hin zum freien Wettkampf werden aber auch noch weitere charakterliche Qualitäten zwingend gefordert und entwickelt, sonst wäre ein Üben zu gefährlich: Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft (man kann nur miteinander besser werden, nicht gegeneinander) und Disziplin.
Von Gichin Funakoshi (1868-1957), dem Vater des modernen Karate, stammt der Satz: "Nicht der Sieg über andere soll im Vordergrund stehen, sondern der Sieg über sich selbst!"
Somit kann man sagen, dass neben der Selbstverteidigung, auch das Formen der Persönlichkeit ein wesentlicher Bestandteil des Karate ist und sein soll.
Beschreibung des Karate von Trainer Phillip Stockfleth:
Karate ist eine der am weit verbreitetsten Budosportarten der Welt. Dies hat verschiedene Gründe, denn Karate bietet dem Budosportler ein breitgefächertes Feld an Möglichkeiten. So kann man Karate im traditionellen Stil, zur Selbstverteidigung, zum Wettkampf oder einfach nur um sich sportlich fit zu halten, betreiben und trainieren.
Sollte der Sportler sich für den Wettkampf entscheiden, so kann er auch hier zwischen verschiedenen "Disziplinen" wählen. Es gibt die Kata (Formenlaufen, Kür) und das Kumite (Freikampf). In beiden Disziplinen kann man im Einzel sowie im Mannschaftswettbewerb starten. Im Karate werden nicht nur Füße, Hände und Beine, sondern auch Mut, Herz und Verstand benutzt.Zudem hilft Karate, die körperliche Motorik zu verbessern und das eigene Bewusstsein zu erweitern.
Es ist eine interessante und vielseitige Budosportart, die richtig eingesetzt eine der effektivsten Kampfsportarten der Welt ist.
Karate im Shintai-Dojo:
Im Shintai-Dojo werden zwei verschiedene Stilrichtungen des Karate gelehrt und unterrichtet.
Zum einen das traditionelle Shotokan-Karate, zum anderen das relativ neu entwickelte Allstyle-Karate.
Das Shotokan-Karate greift sehr auf die traditionellen Wurzeln aus Japan zurück. Wesentliche Bestandteile des Shotokan-Karate sind das Khion (Grundschule), die Kata (Formenlaufen, Kür) und das Kumite (Freikampf). Alle Begriffe werden dem Budosportler in Form japanischer Vokabeln beigebracht.
Das Shotokan Karate ist im DKV (Deutscher Karate Verband) der größte Stilrichtungsvertreter. Die meisten Karatekas betreiben das Shotokan-Karate in Deutschland. Es gibt neun Schülerstufen (Kyu-Grade): weiß, gelb, orange, grün, blau, violett, braun I, braun II und braun III. und neun Meisterstufen (Dan-Grade): schwarz
Eine sehr moderne Stilrichtung ist das Allstyle-Karate. Aus allen karateähnlichen Stilarten wurde der Allstyle-Karate-Stil zu einer einheitlichen Lehrmethode zusammengefasst.
Mit karateähnlichen Stilarten sind alle Stilarten gemeint, die traditionelle harte Schlag-, Tritt- und Blocktechniken beinhalten, wie zum Beispiel: Teakwondo, Shotokan, Kempo, Shaolin Kung Fu aber auch Jiu Jitsu und Hapkido.
Allstyle-Karate besteht aus 50% Selbstverteidigung, 40% Kampf, bzw. Kampftechniken und 10% Bewegungsformen (Kata). Für Kinder ab 8 Jahren und für Damen und Herren bis ca. 75 Jahren ist dieses Ausbildungssystem als Charakter- und Körperschulung bestens geeignet.
Nach den offiziellen Ausbildungs- und Prüfungsrichtlinien wird das System in der jeweiligen Landessprache unterrichtet, d.h. es müssen keine japanischen Vokabeln auswendig gelernt werden. Außer einer Pflicht-Kata gibt es im Allstyle-Karate nur freie Katas. In dem System besteht keine Kampfpflicht.
Die Gürtelstufen der Schüler (Kyu-Grade) im Allstyle Karate sind die gleichen wie im Shotokan-Karate, nur die Meisterstufen (Dan-Grade) unterscheiden sich zum Shotokan (vom 1. bis 5. Dan - schwarzer Gürtel, vom 6.bis 8. Dan rot-schwarz gestreift und der 9. Dan ist rot).
Allstyle-Karate ist das Allround-Karate der Zukunft und schon heute eine weit verbreitete und festfundamentierte, zeitgemäße Disziplin. Allstyle-Karate kann im Leicht-, Halb- und Vollkontakt betrieben werden. Alle Möglichkeiten bietet der Verein dem Budosportler an.